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Eröffnung des Mühlenraums im Gebäude neben der Basilika

Date : 30.11.2020

Die Existenz einer direkt an die Basilika anliegenden alten Mühle lässt sich durch die Funktion der Kirche als letzter Zufluchtsort im Falle eines Konflikts erklären. Man muss die Mühle im Zusammenhang mit der Zisterne, beim Kircheneingang, sehen, die das Wasser des Kirchendachs sammelt, und mit den Kornspeichern, die sich unter der Sakristei befanden und ebenfalls nur durch das Schiff zugänglich waren. Der restaurierte, aufgewertete Mühlenraum wird im Rahmen der Führungen der Basilika wieder zugänglich sein.

Der Mühlenraum

Dieser Raum liegt im ersten Stock des Gebäudes, das im Westen der Basilika anliegt. Darüber befindet sich der ehemalige Archivraum, in dem das Geschichtsmuseum seit 2015 im Rahmen seiner Führungen den Kirchenschatz präsentiert. Im Dachstock dieses Nebengebäudes befinden sich die Orgelbälge, die im Rahmen der Spezialführungen zu diesem mittelalterlichen Instrument gezeigt werden. Das erste Stockwerk hat also nur darauf gewartet, endlich auch für das Publikum geöffnet zu werden, und nun ist es so weit!

Die Mühle ist aus verschiedenen Gründen interessant. Ihr Standort, der früher nur durch das Kirchenschiff zu erreichen war, mag widersinnig scheinen, erklärt sich aber aufgrund der Funktion der Kirche als letzter Zufluchtsort im Falle eines Konflikts. Man muss die Mühle im Zusammenhang mit der Zisterne, beim Kircheneingang, sehen, die das Wasser des Kirchendachs sammelt, und mit den Kornspeichern, die sich unter der Sakristei befanden und ebenfalls nur durch das Schiff zugänglich waren. Die Zinnen an den Dächern der Seitenschiffe und am Chorhaupt sowie der Steg, welcher den Zugang zu diesen Dächern vom Schiff aus ermöglicht, erinnern ebenfalls an die Funktion des Schiffs als letzter Zufluchtsort bei der Verteidigung der Burg.

Die dendrochronologischen Untersuchungen datieren die Mühle auf 1535. Es ist schwierig zu bestimmen, ob damit ein zuvor bestehender Mechanismus ersetzt wurde. Die Wand, die den Raum abgrenzt, der wahrscheinlich zur Lagerung des Getreides diente, wurde auf das 13. Jahrhundert datiert, aber die Archäologen konnten feststellen, dass diese ursprünglich nicht dort existierte.

Eine sehr grosse Anzahl Mühlen sind in der Region belegt. Sie wurden mit Wasserkraft betrieben, entweder durch einen direkten Antrieb des Läufersteins, wobei dieser mit der Welle, welche die horizontalen Schaufeln hält, verbunden ist, oder aber durch ein vertikales Rad, welches die Bewegung über ein Getriebe auf den Läuferstein überträgt. Die Mühle auf Valeria gehört zur zweiten Art. Ihre Besonderheit liegt darin, dass der Mechanismus mit menschlicher Muskelkraft angetrieben wird, was die Idee einer Nutzung im Notfall bestätigt. Solche Mühlen mit Armen sind äusserst selten, und diese ist unseres Wissens einmalig in unserer Region.

Der Mühlenraum wird ab 15. Dezember im Rahmen der Führungen der Basilika zugänglich sein. Die von Architekt Pierre Cagna konzipierte Ausstellungsgestaltung ist sehr zurückhaltend und privilegiert die Interpretation der alten Elemente. Der ehemalige Lagerraum zeigt, welche Möglichkeiten Valeria bot, um einer Belagerung standzuhalten. Bei der Mühle werden die Funktionsweise der Installation und ihre Besonderheiten erklärt.

Für die Medien

Präsentationsdossier und lizenzfreie Illustrationen zum Herunterladen hier