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Besuchen mit Handicap

Die Kantonsmuseen schenken den Besuchern mit Handicap besondere Aufmerksamkeit.


« Berühren Sehen »
Das Kunstmuseum bietet einen Rundgang an, der speziell für sehbehinderte und blinde Personen konzipiert ist.
Der Rundgang mit neuartigen Sehhilfen und Vermittlungsformen wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) entwickelt und von der Lotterie Romande unterstützt. Der Rundgang zählt:

  • Ein Modell der Ausstellungsgebäude: Schloss Majoria und das Viztumsschloss. Die Gebäudevolumen sind dadurch fassbar und der Rundgang durch das Musem besser verständlich.
  • Zwei- und dreidimensionale Tastmodelle von einigen ausgewählten Werken sowie Materialmuster (Stoffe, Holz, Farben). Sie gestatten den Zugang zur Sammlung des Museums und eine Feinlesung der Werke (Formen, Textur) durch Berührung.
  • Ein speziell für blinde und sehbehinderte Personen konzipierter Audio-Guide. Er bietet zusätzlich Zugang zu einer Auswahl ausgewählter Werke aus der Sammlung.
  • Thematische Ateliers auf Anfrage

2011 wurde dieser Rundgang mit dem Preis „Canne blanche » ausgezeichnet.

 

Empfang und Begleitung
Das Personal des Museums ist speziell für den Empfang von blinden und sehbehinderten Personen ausgebildet.
Auf Voranmeldung können Führungen organisiert werden, welche von Spezialisten.innen betreut werden.
Kostenlose Führung für Gruppen ab 5 Personen

Auf Voranmeldung: Kontakt per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder  027 606 46 90

 

Video

 

Loterie romande Fédération suisse des aveugles et malvoyants



Eines der beiden Gebäude des Kunstmuseums ist rollstuhlgängig (Viztumsschloss, Räume 1-10). Besichtigung auf Voranmeldung und mit einer Begleitperson.

Personen mit geistiger Behinderung (tiroir)
Die Kuturvermittlung bietet Personen mit geistiger Behinderung ein angepasstes Vermittlungsprogramm an.

Auskunft & Voranmeldung
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Seit dem Alter von fünfzehneinhalb bin ich blind und versuche die Verbindung zur Malerei nicht abbrechen zu lassen. Ich erfahre grosse Unterstützung aus meinem Umfeld und von Leuten, die diese Leidenschaft mit mir teilen, mit dem Vorteil, ihr Augenlicht noch zu besitzen. Man kann sich die Dinge nach Beschreibungen vorstellen oder auch fühlen. Emotionen werden durch kleine Zeichen verraten : verändertes Atmen, leichtere Schritte oder auch einen schleppenden Gang vor einem Gemälde. Auch Gespräche zwischen Personen, welche das gleiche Bild betrachten und verschiedene Ansichten vertreten, verhelfen mir zu einem inneren Bild, wohl ungenau und unvollständig, jedoch bereichernd.

Und nun hat das Kunstmuseum in Sitten eine sehr persönliche Möglichkeit gefunden, Leuten, welche das Augenlicht verloren haben, einige für Sehende ausgestellte Werke näher zu bringen.

Geblendet, ich war wirklich geblendet und hingerissen.

Reproduktionen der Werke, zwei- oder dreidimensional, stehen den Händen zur Verfügung, welche sie berühren, betasten, untersuchen, anhalten und wiederkommen können. Nicht in einem Hinterzimmer, wie man es manchmal in anderen Hochburgen der Kunst sieht. Nein, die Reproduktionen der Werke befinden sich in der Ausstellung neben dem Original. Die Augen und die Hände können gemeinsam schauen. Die gut sehenden Augen bekommen Lust, sich zu den Händen zu gesellen, welchen das Augenlicht fehlt. Die Empfindungen stellen den Dialog her, zwischen der Lust zu entdecken und sich berühren zu lassen. Vor einer grossen Stickerei aus 40 Tafeln stösst man auf ein gesticktes Quadrat, dazu ein Modell, zwei- und dreidimensional. Man kann sich vorstellen, wie die Künstlerin dieses Werk bearbeitet hat. Daneben lässt noch ein Quadrat, diesmal aus Plexiglas und in den Originaldimensionen, die monumentalen Ausmasse des Werkes erahnen.

Und schliesslich gibt es für jeden, sehend oder auch nicht, einen Audio-Guide, der genauere Auskünfte erteilt als in der Regel. Man hilft also jenen, die gut sehen, besser zu schauen und mir, die ich nichts sehe, werden Bilder angeboten, ohne dass ich meine Begleitung, mit der ich diesen privilegierten Moment teile, den Besuch einer Ausstellung, zu einer Beschreibung anhalten muss.

Wenn der Wunsch da ist, ist alles Weitere ein Geschenk.
Vielen Dank all jenen, welche diese wunderbare Einrichtung möglich gemacht haben. Und lassen Sie es mich wissen, falls neue Werke dazu kommen. Sprechen Sie auch an anderen Orten davon. Es tut jeder Seele gut, ob sie die Möglichkeit hat zu sehen oder auch nicht.


Freundliche Grüsse
Brigitte Kuthy Salvi

 

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