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Gewusst wie, ist Gold wert

Seit dem 07 November 2020
Gewusst wie, ist Gold wert © Musées cantonaux, Sion; photo Jean-Yves Glassey

Altes Kunsthandwerk. Die mittelalterlichen Truhen von Valeria in neuem Licht

Seit mehreren Jahren arbeitet das Geschichtsmuseum Wallis im Rahmen des Verbunds für mittelalterliche Kunst in den Alpen mit anderen Geschichtsmuseen der ehemaligen Gebiete der Grafschaft bzw. des Herzogtums Savoyen zusammen.

 

2013 realisierten die Museen von Genf, Annecy, Chambéry, Suse, Aosta und Sitten ein gemeinsames Publikationsprojekt über die Darstellung von Heiligen während des ausgehenden Mittelalters im östlichen Alpenraum. Jedes Museum befasste sich mit einer besonderen Thematik und präsentierte diese in einer Ausstellung. Das Geschichtsmuseum Wallis thematisierte aus diesem Anlass die Nutzung von Heiligendarstellungen als politisches Instrument.

2020 befassten sich dieselben Institutionen sowie das Geschichtsmuseum Turin mit der mittelalterlichen Handwerkskunst und dem Umlauf künstlerischer Modelle. Die einzelnen Beiträge werden wiederum eine gemeinsame Publikation bilden, der eine allgemeine Einführung vorangeht. Das Geschichtsmuseum Wallis veröffentlicht in diesem Zusammenhang einen Beitrag über seine aussergewöhnlichen mittelalterlichen Truhen, einer der Höhepunkte seiner Sammlungen. Diese Sammlung ist in der Tat einmalig aufgrund ihres Alters (insbesondere die Stücke aus dem 13. Jahrhundert), ihrer Vielfalt (liturgische Truhen, Tresor, Archivtruhe, bürgerliche Truhen, Getreidetruhen) und der Qualität der Hauptstücke, die mehrheitlich für die Basilika Valeria hergestellt wurden, wo sie bis zu ihrer Verlegung ins Museum, das sich ebenfalls auf dem Burghügel befindet, verblieben sind.  

Im Vorfeld der Publikation, die Ende Dezember erscheint, bietet unsere Institution ab 15. Dezember den Besuchern die Möglichkeit, die Truhen in der Dauerausstellung auf Valeria aufs Neue oder zum ersten Mal zu entdecken. Für diesen Anlass wurden einige neu angeschaffte Stücke in den Rundgang integriert. Mit einem Begleitheft, das die Besonderheiten der Objekte erklärt, können die Besucher diese Möbel aus neuer Perspektive bewundern. Es handelt sich nicht mehr nur um ein altes Objekt mit ästhetischen Vorzügen, dass ein Stück der Geschichte unserer Region erzählt, sondern auch um ein Objekt, das von geschickten Händen hergestellt wurde. Und es ist erstaunlich, was uns diese Möbel zu erzählen haben. Die Spuren des Werkzeugs sind gut sichtbar, wenn man weiss, woran man sie erkennt (Axt, Hobel, Beitel usw.). Auch die Wahl des Holzes ist nicht unbedeutend: Nussbaum, für seine Schönheit, Lärche, für ihre Beständigkeit, oder Tannenholz, für seine Leichtigkeit; diese Vorzüge wurden bewusst eingesetzt und teilweise in einem einzigen Möbelstück kombiniert. Auch die Metallbearbeitung, der Scharniere und Verstärkungen, verdient Beachtung.

Wussten Sie, dass Nägel mit gewölbtem Kopf keine Verzierungen oder fixierende Elemente sind, sondern dass sie die Holzdübel durchlaufen, welche die Einzelteile der Truhe festhalten? Ausserdem sind sie im Innern umgebogen, um zu verhindern, dass das Möbel durch das Entfernen der Dübel auseinandergenommen werden kann, um den Inhalt zu stehlen. Können Sie sich vorstellen, dass eine Truhe aus Holz, einem grundsätzlich brennbaren Material, Archivdokumente im Brandfall besser schützt, als eine Truhe aus Eisen? Durch eine Eisenwand breitet sich die Hitze verhältnismässig rasch im Innern des Behältnisses aus, sodass der Inhalt verbrennen kann, während dies bei einer dicken Holzwand nicht der Fall ist. Wenn der Brand nicht zu extrem ist und mit einer gewissen Effizienz bekämpft werden kann, wird die dickwandige Truhe aussen angebrannt, der Inhalt aber mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht beschädigt. Ich möchte mit Ihnen wetten, dass Sie nach dieser Führung die gute alte Truhe auf dem Maiensäss in einem anderen Licht sehen werden.

Begleitheft der Ausstellung am Museumsempfang erhältlich.

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Für die Medien

Präsentationsdossier und lizenzfreie Illustrationen zum Herunterladen hier.

Praktische Informationen

Gewusst wie, ist Gold wert. Mittelalterliche Truhen aus dem Geschichtsmuseum Wallis
Geschichtsmuseum Wallis
Schloss Valeria - 1950 Sitten
Ab 15. Dezember 2020
Ma-di: 11.00-17.00 Uhr von Oktober bis Mai
Mo-Do: 11.00-18.00 Uhr von Juni bis September
Freier Eintritt am 1. Sonntag im Monat